Landesausschuss 2011
Zukunftsthema Elektromobilität
"Elektrofahrzeuge - die Autos von morgen?", fragt die Junge Union Hessen in einem beschlossenen Papier auf ihrem diesjährigen Landesausschuss in Rüsselsheim. Mit Opel setzt sich sogar ein hessisches Unternehmen mit großem Erfolg mit der Elektromobilität auseinander.

Aus Rüsselsheim berichtet Frederic Schneider
Am Anfang stand das Elektrofahrzeug. Vor über 100 Jahren waren es nicht die mit Benzin angetriebenen Fahrzeuge, die überwiegend eingesetzt wurden, sondern mit Elektronik angetriebene Automobile. Nach vielen Jahrzehnten des Ottomotores, von Benzin und Diesel, kehrt die Automobilwirtschaft nun wieder zurück zum Anfang und forscht sowie entwickelt intensiv an Elektrofahrzeugen. Das in Rüsselsheim angesiedelte Unternehmen, die Adam Opel AG, entwickelt derzeit mit seinem Fahrzeug "Ampera" das erste serienreife elektrische Auto der neuen Generation für den Straßenverkehr.

Beim Landestag 2011: EU-Kommissar für Energie, Günther H. Oettinger, mit dem Rüsselsheimer OB-Kandidaten Patrick Burghardt MdL vor einem Opel Ampera
Der beste Ort also für den Landesausschuss der Jungen Union Hessen, dem zweithöchsten Organ des Landesverbandes, der am 28. August dort über den Leitantrag "Elektrofahrzeuge - die Autos von morgen?" beriet – am Ende stand ein einstimmiges Votum für das Papier. In der Diskussion wurde zum einen über die Fragen der Akkuleistung gesprochen. Wie Prof. Dr. Holger Hanselka vom Fraunhofer Institut LBF in einer vorangestellten Podiumsdiskussion berichtete, sind die Laufzeiten von Lithiumbatterien in der Forschungstheorie lediglich noch verdoppelbar. Opel bewirbt für den Ampera eine Laufzeit von 60 Kilometern – eine laut dem Unternehmen typische Reichweite für den Stadtverkehr an einem Tag –, abhängig jedoch auch von äußeren Bedingungen wie verwendete Bordinstrumente, die Fahrtgeschwindigkeit oder die Temperatur. Volker Hoff, Vice President für Regierungsbeziehungen der Adam Opel AG, berichtet jedoch, dass zunächst das Gewicht der sehr schweren Batterien gesenkt werden solle, die Entwicklungen in der Forschung also nicht direkt die Reichweite der Elektroautos erhöhen.

Volker Hoff von der Adam Opel AG berichtete über die Erfolge und Ziele seines Unternehmens in der Elektromobilität
Ein weiterer Punkt sind die Motorengeräusche gewesen. Elektroautos wie der Opel Ampera stoßen keine typischen Automobilgeräusche aus, was nach Ansicht einiger Experten im Stadtverkehr zu Problemen führen könnte, da die sich auf Autogeräusche verlassende Fußgänger und Radfahrer das Elektrofahrzeug nicht hören können. Zahlreiche Delegierten des Landesausschusses waren jedoch mehrheitlich der Auffassung, dass eine künstliche Motorengeräuscherzeugung nicht im Sinne des Erfinders sei und zudem jeder Mensch, der die Straße überqueren möchte, schauen sollte, ob Autos kommen und sich nicht alleine auf Akustik verlassen dürfe.

Dr. Holger Hanselka, Professor an der Technischen Universität in Darmstadt, konnte aus der Forschung erzählen, was bereits heute möglich ist und wo auch die physikalischen Grenzen, bspw. in Puncto Batterien, liegen
Die Junge Union Hessen wünscht sich nun eine weitere Entwicklung der Elektromobilität. Dabei sind solche Fahrzeuge – was auch der Philosophie der Adam Opel AG entspricht – jedoch vor allem für den städtischen Verkehr geeignet und nicht für lange Strecken. Mit der Forschung weiterer Technologien könnte die Elektromobilität bei der Bevölkerung eine immer größere Akzeptanz finden. Dann fahren vielleicht irgendwann wieder nur Elektrofahrzeuge auf den Straßen deutscher Städte. Einst, wie vor über 100 Jahren.

Der diesjährige Landesausschuss wurde passend zum Thema in der Autostadt Rüsselsheim veranstaltet
Information: Der Landesausschuss
Der Landesausschuss ist das zweithöchste Organ der Jungen Union Hessen und tagt, wenn kein zweiter Landestag in einem Jahr stattfindet, einmal pro Jahr.
Teilnahmeberechtigt sind alle stimmberechtigten Landesvorstandsmitglieder sowie pro angefangenen 500 Mitgliedern eines Kreisverbandes ein Delegierter. Die Junge Union Main-Taunus stellt derzeit zwei Delegierte plus ein stimmberechtigtes Landesvorstandsmitglied und war beim diesjährigen Landesausschuss – wie auch in 2010 – vollzählig, wie im Übrigen auch der gesamte Bezirksverband Nassau.

Autor: Frederic Schneider
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